Lymphdrainage

    Die manuelle Lymphdrainage (ML) dient vor allem als Ödem- und Entstauungstherapie geschwollener (sogenanntes „Wasser“ in den Beinen) ödematöser Körperregionen, wie Körperstamm, Armen und Beinen, welche nach Traumata oder Operationen entstehen können.

    Besonders häufig wird diese Therapie nach einer Tumorbehandlung bzw. Lymphknotenentfernung und/ oder Bestrahlung verschrieben

    Die klassische Indikation ist das sekundäre Lymphödem des Armes nach Brustkrebsoperationen.

    Aber auch „Wasser“ in den Beinen aufgrund von Krampfadern zählen zu den regelmäßigen Indikationen.

     

    Weitere Indikationen sind sämtliche orthopädischen und chirurgischen Erkrankungen, die mit einer Schwellung einhergehen (z. B. OP´s, Verrenkungen, Zerrungen, Verstauchungen, Muskelfaserrisse).

    Auch bei Verbrennungen, Schleudertrauma, Morbus Sudeck, Migräne und ähnlichen Krankheitsbildern wird die Manuelle Lymphdrainage angewendet.

    Die Therapeutin erzeugt durch die spezielle Griffe einen bestimmten Reiz für das Gewebe. Die glatten (unwillkürlichen) Muskelzellen der Lymphbahnen beantworten diesen Reiz mit erhöhter Pumpfrequenz, d.h. das Lymphsystem arbeitet nach der Lymphdrainage effektiver.

    Weitere Wirkungen: Patienten werden ruhig, Anregung des Magen-Darm-Traktes,  schmerzlindernd  und senkend auf den Spannungszustand der  Skelettmuskulatur.

    Wie die Charité Berlin in Studien belegte, sollte die ML sinnvoll mit einer Kryotherapie (siehe Kryotherapie) oder Kaltluftbehandlung  ergänzt werden, da diese dadurch intensiver wird.

    Hier wird die physikalische Wirkung der Kälte genutzt – die Gefäße verengen sich durch die Kühlung mit der trockenen Luft und verbessern somit die Fließgeschwindigkeit der Lymphe –die Lymphdrainage wirkt noch effektiver !

     

    Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen (Stauungen) kann diese Therapie mit Kompressionsverbänden (verschreibt der Arzt !) oder

    maßangefertigten Kompressionsstrümpfen (verschreibt ebenfalls der Arzt) ergänzt werden.

    Marnitz Therapie: Die Schmerztherapie bei Lymphpatienten. Durch punktuelle bzw. kleinflächige Techniken wird eine Mehrdurchblutung und damit Ausweitung des Ödems vermieden.( es darf hier keine klassische Massage angewendet werden!)

     

    Wann darf eine Lymphdrainage nicht durchgeführt werden:

    • (bösartige) akute Tumore
    • ausgeprägte Herzinsuffizienz, meist Stadien 3 und 4 (cardiales Ödem)
    • Fieber und bakterielle Entzündungen
    • Entzündungen (z. Bsp. der Venen oder der Haut)
    • akute, tiefe Beinvenenthrombose
    • Erysipel (Wundrose) generell
    • dekompensierte Herzinsuffizienz und kardiales Ödem